3 Tage Hüttentour im Karwendel ab Scharnitz

Tag 1: Scharnitz – Gleirschklamm – Möslalm – Pfeishütte (6,5h; 1000hm aufstieg; 0 hm abstieg)
Tag 2: Pfeishütte – Wilde-Bande-Steig – Hallerangerhaus – Sunntigerspitze – Hallerangerhaus (8,5h; 1000hm aufstieg; 1200hm abstieg)
Tag 3: Hallerangeralm – Isarquelle – Scharnitz (6,5h; 0 hm aufstieg; 800hm abstieg)
Alle Zeiten sind mit allen Pausen und Zeit für Fotos

 

Tag 1:

Nachdem wir unser Auto am Infozentrum in Scharnitz geparkt hatten (10,-€ für 3 Tage) schlüpften in unsere Wanderschuhe setzten den Rucksack auf und machten uns auf den ausgeschilderten Weg Richtung Pfeishütte. Gleich zu Beginn kann man statt der Straße den Isarsteig laufen. Ein schöner Weg oberhalb der Häuser und der Isar mit einigen schönen Ausblicken. So lässt es sich gut in die Tour starten.

Isar

Danach folgten wir dem breiten Fahrweg immer an der Isar entlang, bis zum Eingang in die Gleirschklamm. Spätestens hier wird taucht man völlig in die Natur und ihre schöne Landschaft ein. Durch die Gleirschklamm für ein schöner Pfad mit Brücken und Stegen der zwar Schwindelfreiheit erfordert, an sich aber nicht schwierig zu gehen ist.

Am oberen Ende der Gleirschklamm angekommen verlässt man zwar die enge Schlucht, allerdings folgt man der Gleirsch an einem breiten Fahrweg immer und immer weiter.

Nach ca. 3h erreichten wir die idyllisch gelegene Möslalm (1262m). Hier gönnten wir uns ein kühles Getränk und Hanna einen Kuchen.

 

Den Fahrweg geht man dann immer weiter bis man an eine Abzweigung kommt. Hier kann man entscheiden, ob man den breiten Fahrweg weiter Richtung Pfeishütte geht, oder auf einen Wanderpfad ausweicht. Wir entschieden uns für den Wanderpfad, welcher vermutlich der alte Fahrweg von früher war, allerdings inzwischen verwachsen und stellenweise durch Erdrutsche enger geworden ist. Irgendwann kreuzt man dann wieder den jetzigen Fahrweg zur Pfeishütte.

Am Ende des ganz langen Tals kamen wir an den Fahrradparkplatz der Pfeishütte an. Auch hier kann man sich zwischen Fahrweg oder Pfad entscheiden. Die „Rampe“ welche noch zu erklimmen ist lässt die Anstrengung der letzten Meter bereits erahnen. Wir gingen den Pfad, der auch an einem schönen Flüsschen und Wasserfall entlangführt. An diesem letzten Stück macht man die meisten der 1000 Höhenmeter des ersten Tages. Wenn man die Pfeishütte dann aber sieht fehlen nur noch wenige Meter.

Die Pfeishütte selbst liegt auf 1922m.

Die Lage ist wunderschön und der Ausblick ist fantastisch. Auch hier können wir uns erstmal ein kühles Skiwasser. Die Hütte ist innen sehr schön und rustikal gebaut. Die Lager im oberen Stockwerk stehen sogar unter Denkmalschutz. Im Untergeschoss gibt es je eine Dusche für Männer u. Frauen. 3 Minuten warmes Duschen kostet 2,50€ pro Person. An diesen Waschbecken gibt es auch frei zugängliches Trinkwasser. Auf jedem Stockwerk ist eine Toilette. Wir teilten uns ein 8er Zimmer mit 4 anderen Personen. Die Betten über uns waren frei.

Beim Essen kann man auswählen, ob man nur eine Hauptspeise oder auch Vor- und/oder eine Nachspeise möchte. Das ist bisher eine der entspanntesten Lösungen die ich auf einer Berghütte gesehen habe. Leider kann man nicht mehr von der Karte bestellen.

 

Tag 2:

Nach einem sehr guten Frühstück in der Pfeishütte machten wir uns auf den Weg Richtung Stempeljoch. Den Weg hatten wir bereits seit der Ankunft auf der Pfeishütte vor Augen. Es ging die ersten 300hm hoch in Richtung Wilde-Bande-Steig.

Zum Stempeljoch hatten wir am Vorabend gehört, dass noch viel Altschnee liegt und erst an diesem Tag Stufen eingegraben wurden. Wir waren gespannt was uns erwartet!

Die Aussicht vor dem Stempeljoch ist super, hier hatte man den weiteren Weg, welcher der Wilde-Bande-Steig ist, bereits wieder vor Augen.

Als wir uns dann an den Abstieg des Stempeljoches machten, bekamen wir durchaus Respekt und waren sehr froh, dass Stufen in dem Schnee waren. Es ging nahezu senkrecht nach unten.

Die Übergänge von den schmelzenden Schneefeldern waren durchaus anspruchsvoll und wer hier nicht trittsicher und schwindelfrei ist sollte nicht unterwegs sein! Denn selbst ohne Altschnee im August oder September ist dieses Joch durchaus anspruchsvoll.

Der weitere Weg lief dann schön durch das Tal entlang und man hatte wunderschöne Ausblicke. Wir hatten zwar immer wieder Wolken und zwischendrin einen Schauer, aber das Wetter lies sich trotzdem aushalten und gewährte so noch ganz besondere Blicke. Auch das Stempeljoch konnte man stets noch sehen.

Am Lafatscher Joch angekommen wollten wir eigentlich noch hoch auf die Speckkarspitze (2621hm). Leider zogen sich die Wolken, welche bereits vorher die ganze Zeit da waren, extrem zu und das erste kleine Unwetter zog über uns weg und lies die Temperatur nahe 0 Grad abfallen. Daher entschieden wir uns, wie auch andere Wanderer, für den Abstieg zum Hallerangerhaus.

 

Am komplett vor 2 Jahren saniertem Hallerangerhaus angekommen hatte das Wetter sich wieder deutlich gebessert!

 

Von der Pfeishütte zum Hallerangerhaus hatten wir bis dahin ca. 4h gebraucht.

Daher entschieden wir uns noch die Sunntigerspitze (2321m) zu erklimmen. Dies dauert vom Hallerangerhaus mit hin- u. Rückweg ca. 3h mit Gipfelpause und es sind 600hm Auf- u. Abstieg. Das Gipfelkreuz war bereits vom Hallerangerhaus zu sehen.

Der Anstieg geht stetig nach oben, lässt sich aber sehr gut gehen. Nur die letzten 50-100hm sind dafür etwas anspruchsvoller.

Auf der Gegenseite hat man die Speckkarspitze und das Lafatscher Joch im Blick.

 

Zurück im Hallerangerhaus bezogen wir unser Zimmer und duschten (4 Minuten für 2,-€; welch Luxus!).

Wir hatten heute ein 2 Bettzimmer

Zum Abendessen gab es ein vegetarischen u. ein Gericht mit Fleisch mit Vor- und Nachspeise für die Halbpension. Hier würde ich keine Halbpension mehr buchen, sondern einzeln von der Karte bestellen. Da hat man doch deutlich mehr Auswahl!

Tag 3:

Das Frühstück am nächsten Morgen war ok, im Vergleich zur Pfeishütte aber nicht so reichhaltig zum Auswählen!

Der Weg führte uns auf einem breiten Fahrweg zurück nach Scharnitz. Am Anfang legt man die meisten der 1000hm Abstieg zurück. Die Landschaft ist auch am letzten Tag atemberaubend und man ist ständig von Wasser und Bergen umgeben.

Wir kamen dann noch am Isarquelle vorbei. Das Wasser ist so kalt, dass es richtig weh tat, als ich Barfuß im Fluss lief.

Der lange Weg zurück nach Scharnitz ist 19km lang. Wir waren mit Pausen und Isarquelle 6,5h unterwegs.

Alles in allem kann ist es eine sehr schöne 3 Tageswanderung im Karwendelgebirge. Man hat am ersten und letzten Tag eine sehr lange Strecke zurückzulegen. Allerdings ist man ständig von Wasser und Bergen umgeben, was einen die Zeit vergessen lässt!

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